28.04.2014

Kartoffeln

Ich rüstete einen wunderbaren Kopfsalat. Blatt für Blatt nahm ich ab, wusch und zerteilte ihn.
Danach fing ich an die Kartoffeln zu schälen. Rüsten und schnibbeln hat etwas beruhigendes. Wie der Schäler mit gleichmässigen Bewegungen über die Kartoffel gleitet. Schale um Schale entfernt, vorsichtig ohne diese zu verletzen. Jede hellgelbe - von ihrer braunen Schale entfernte Kartoffel kam in die Pfanne.
Ich bemerkte zuerst nicht, wie mir die Tränen runterliefen und die Kartoffelschalen mit dem salzigen Nass bedeckten.

Eine Träne um mein Kind,
eine Träne aus Sehnsucht.
Tränen weil ich zweifelte keine gute Mutter gewesen zu sein,
eine Träne aus  Selbsmitleid.
Eine Träne für ein verlorenes Stück Zukunft und
Tränen für meine Unfähigkeit stark zu sein und weiterzuleben.
Eine Träne für jeden Tag der mich von meinem Sohn trennt.
Eine Träne für all die glücklichen Momente die uns gestohlen wurden.
Eine Träne für sein Lachen welches nie wieder gehört wird und
Tränen des Bewusstseins nie wieder wird es sein,
wie es war.
Eine Träne für die Hoffnungslosigkeit und
Tränen für all die Mütter die um ihre Kinder weinen.
Eine Träne für das schwere Leben von Alexej,
eine Träne weil ich ihn selten glücklich wusste.
Ein Meer von Tränen um ihm Näher zu sein,
in der Hoffnung,
mein Schmerz schreit bis gen Himmel.



1 Kommentar:

  1. Ich bin immerwieder hier, mir fehlen oft die Worte
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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